Aktuelles

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Bericht vom Rhetorikseminar

28. Juni 2010, von David Höffer

Sommer, wunderbares Wetter, Fußball-WM, Wochenende - und was macht die Grüne Jugend Bremen? Arbeiten! Am letzten Juni-Wochenende, für die SchülerInnen unter uns gleichzeitig das erste Ferien-Wochenende, trafen wir uns zwei Tage lang, um unsere rhetorischen Fähigkeiten zu verbessern. In Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung und GreenCampus hatten wir uns dazu in Markus Holtermann einen professionellen Coach engagiert, der unserer aus 13 Leuten bestehenden Gruppe nach einigen kreativen Kennenlernspielen die Grundlagen der Viererkette erläuterte. Dies tat er allerdings nicht in Vorbereitung auf das Achtelfinalspiel Deutschland - England, sondern weil es sich bei diesem Begriff auch um eine Bezeichnung für einen Argumentationsaufbau handelt.

 

In sehr angenehmer Atmosphäre (Henrik und Olaf sorgten ohnehin für eine beständige Auflockerung) erfuhren wir auch viel über die Wirkung des Auftretens bei einer Rede, was Markus immer wieder mit gekonnten schauspielerischen Einlagen unterstrich. Wenn nötig konnte er sich von einem Moment auf den nächsten vom kompetenten Rhetorik-Trainer in einen ängstlichen, aufgeregten Redner verwandeln - nur um sich dann mittels selbst entwickelter Entspannungstechniken sofort wieder zu fangen. So viele Blätter fallen im Sommer wohl selten vom Baum wie am Sonntag.

 

Sehr erfreulich war auch, dass wir immer wieder durch selbstständige Übungen aktiv einbezogen wurden und fast alle von uns einen kleinen Redebeitrag (spontan oder vorbereitet) halten konnten. Das sehr individuelle und differenzierte Feedback von Markus dürfte wohl jeder und jedem von uns weitergeholfen haben, ihre und seine Vorzüge und kleinen Fehler besser zu reflektieren. Trotz einiger scharfer Diskussionen zwischendurch herrschte immer eine angenehme Stimmung und nur Olaf wurde zum Opfer eines körperlichen Angriffs von Markus wie im Bild zu sehen ist.

 

Noch mehr Lob als Markus verdienen sich aber Jasper und Thomas, die an beiden Tagen das Essen für die ganze Gruppe zubereiteten. Handelte es sich dabei am Samstag noch eher um ein logistisches Problem (wie kriege ich 5 Pakete Spaghetti gleichzeitig gekocht?), wurde am Sonntag ein leckeres Chili sin carne serviert, das schon gehobene Ansprüche an unsere Küchenchefs stellte. Besonders spannend wurde es dann natürlich am Sonntagabend: Nach unseren spontanen Redebeiträgen zu den unterschiedlichsten Themen (Afghanistan, Offenstallhaltung von Pferden, Glücksspielmonopol, Nationalstaaten, Taekwondo, um nur einige zu nennen) beendeten wir sehr pünktlich um 16 Uhr den offiziellen Teil der Veranstaltung, um gemeinsam das Achtelfinalspiel der WM zu schauen. Auch wenn einer GJ angemessen keine einheitliche Pro-Deutschland-Stimmung herrschte, jubelten doch vor allem Linda, Lisa und David über die deutschen Tore und die "Rache für Wembley".

 

Insgesamt konnte jedeR Einzelne aus unserer sehr heterogenen Gruppe (es waren sowohl 15-Jährige SchülerInnen als auch 26-Jährige Diplom-Inhaber vertreten) aus dem Wochenende sicher einiges für sich mitnehmen, nicht zuletzt bei der Übung "Lügen üben", die für Politiker natürlich geradezu zwangsläufig dazu gehört. Wer schlecht lügt, schlägt nämlich durchaus auch mal auf dem harten Boden der Tatsachen auf...

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Rasselisten abschaffen!

16. Juni 2010

Die GRÜNE JUGEND Bremen fordert, dass Rasselisten, auf denen sogenannte Kampfhunde (Sokas) geführt werden, abgeschafft und durch eine sinnvolle Hundeverordnung ersetzt werden.

Das Hundehaltergesetz (HundeHG) Bremens stuft folgende Rassen als pauschal gefährlich ein: Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Pitbullterrier und deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden. In Deutschland gibt es derzeit 10 verschiedene Definitionen dafür, welche Hunderassen genetisch bedingt gefährlich sein könnten. In Niedersachsen und Thüringen gibt es keine Rasseliste.

Sokas wurden ursprünglich in Großbritannien zur Jagd und für Hundekämpfe gezüchtet. Hundekämpfe sind seit dem Jahr 1835 verboten. Geht von Sokas Aggression aus, was nicht der Regelfall ist, richtet sie sich meist gegen Artgenossen, nicht gegen Menschen. Wenn sich diesen Rassen überhaupt generelle Wesensmerkmale zuordnen lassen, so lauten diese: sportlich und bewegungsfreudig, menschenbezogen, hohes Selbstbewusstsein, ruhiges Gemüt, dickköpfig .

Es gibt keine pauschal gefährlichen Hunderassen, es ist unsinnig und entbehrt jeglicher wissenschaftlichen Grundlage, einer bestimmten Rasse Gefährlichkeit zuzuschreiben ohne das Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und äußeren Faktoren wie der Sozialisierung des Hundes in Bezug auf Menschen und Artgenossen und die Bedingungen der Haltung zu berücksichtigen. Aggression ist vielursächlich, vererbt wird jeweils nur eine Reaktionsnorm, inwieweit die vom Erbmaterial ausgehenden Informationen im Einzelfall verwirklicht werden, ist von verschiedenen Umwelteinflüssen abhängig . Das gilt für alle Hunde, nicht nur für Sokas.

In Berlin wurde 2003 festgestellt, wie hoch der Anteil der auffällig gewordenen Hunde an der Gesamtpopulation ihrer Rasse war. Bei Bullterriern waren es 0,54%, bei Labradoren 0,70% und bei Schäferhunden 1,80% . Zucht, Aufzucht, Erziehung und Training eines Hundes wird entscheidend von Menschen beeinflusst, ein Schadensfall ist in der Regel einem Hund-HalterInnen-Gespann zuzuordnen.

Vergleichende Untersuchungen an über zwanzig Hunderassen konnten keine generell höhere Gefährlichkeit bestimmter Rassen bestätigen. Es gibt keine gefährlichen Rassen, nur gefährliche Individuen. Führende Sachverständige (EthologInnen, ZoologInnen, VeterinärmedizinerInnen) halten die pauschale Stigmatisierung für wissenschaftlich unhaltbar. Die Einschätzungen der Fachleute zu diesem Thema sind einvernehmlich. Die Rasselisten werden von einer Vielzahl von Institutionen abgelehnt und für nicht zweckdienlich gehalten, dazu gehören die Arbeitsgemeinschaft der Diensthundeführer von Polizei und BGS, Bundestierärztekammer, Bundesverband Praktischer Tierärzte (BPT) und die Gesellschaft für Tierverhaltenstherapie (GTVT).

Rasselisten sind irreführend und machen Sokas attraktiv für eine bestimmte Klientel, die diese Hunde als Statussymbole verwendet. Prinzipiell ist nahezu jeder Hund abrichtbar und als Waffe instrumentalisierbar. Andererseits erfahren legitime HalterInnen von Sokas erhebliche soziale Ausgrenzung, werden angefeindet und sind teilweise gezwungen mehrmals ihren Wohnort zu wechseln. Seit Einführung der Rasselisten sind die Tierheime mit Sokas überfüllt. Ein Grund dafür ist das Einfuhrverbot der Sokas, so darf z.B. ein Tier aus Niedersachsen nicht nach Bremen vermittelt werden.

Eine Kennzeichnungs- und Registrierpflicht für alle Hunde wäre sinnvoll, um Fundtiere zuordnen zu können, um im Schadensfall die verantwortliche Person ausfindig zu machen und um zu verhindern, dass Schwarzzüchtungen stattfinden. Das zur Zeit noch bestehende Zuchtverbot für Sokas hat zu einer regen Vermehrerszene im Untergrund geführt, Menschen, die Hunde unter nicht artgerechten Bedingungen ausschließlich zu Zuchtzwecken halten um an den Tieren zu verdienen. Die Welpen sind in der Regel nicht ausreichend sozialisiert und erlernen in ihrer sensiblen Phase nicht den Umgang mit Artgenossen und Menschen. Durch das Abschaffen des Zuchtverbots für Sokas könnten sich seriöse ZüchterInnen, die verbindliche Richtlinien einhalten, etablieren.

Es gibt keine pauschal gefährlichen Hunderassen, aber nahezu jeder Hund ist potentiell gefährlich, wenn er unsachgemäß gehalten wird, deswegen sollten alle HundehalterInnen, bzw. eine Bezugsperson pro Hund, eine theoretische und praktische Sachkundeprüfung für Hunde ablegen („Hundeführerschein“). Ebenfalls positiv zu bewerten sind Leinenbefreiungstests für Sokas und Steueranreize für HundehalterInnen, die nachweisen, dass die Erziehung des Hundes beispielsweise durch den Besuch einer Hundeschule gefördert wird.

 

Die GRÜNE JUGEND Bremen fordert deshalb:

• Abschaffen der Rasselisten und des Maulkorbzwangs

• Kennzeichnungspflicht aller Hunde mit einem Chip-Transponder

• theoretische und praktische Sachkundeprüfungen („Hundeführerschein“)

• Leinenbefreiungstests für Sokas

• Herabsetzen der, für Sokas erhöhten, Hundesteuer bei Besuch einer Hundeschule

• Einfuhrerlaubnis für Sokas

• obligatorische Haftpflichtversicherung

• Aufheben des Zuchtverbots für Sokas

• Zulassungsprüfung für Züchter

• Wiederholungsfälle verhindern durch lebenslange Haltungsverbote für Täter

 

 

Wir lieben Bäume!

26. Mai 2010

Henrik liebt Bäume

Wir sind Ökokinder und dazu stehen wir. Heute waren wir Bäume umarmen im Park ;-).

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Eine Reise nach Glückstadt

7. Mai 2010, von Henrik Steinert

Am 24. April 2010 war es endlich so weit: Die Grüne Jugend Bremen konnte sich um das Thema kümmern, das wie kein zweites die grüne Politik bestimmt: Der Kampf gegen Atomkraft.

Für die 120 km lange Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken in Krümmel und Brunsbüttel bekamen wir Glückstadt, direkt am Elbdeich, zugewiesen und die positive Botschaft des Stadtnamens schien sich zu bewahrheiten. Schon am ZOB in Bremen war der Ansturm auf die Busse erstaunlich. Man hätte sicherlich auch das doppelte an Menschen mitnehmen können.

Nach der gut zweistündigen Busfahrt nach Glückstadt mussten wir zwar noch einen mittelgroßen Fußmarsch zum Deich unternehmen, das Gehen sollte sich jedoch lohnen: Bereits nach kurzer Zeit war die Menschenkette geschlossen und stand 30 Minuten lang fest wie ein Bollwerk.

Neben den fotografierenden Hubschrauben hielt auch „buten un binnen" diesen Moment für die Ewigkeit fest und führte ein Interview mit der GRÜNE JUGEND Sprecherin Linda Neddermann. Trotz der teils seltsamen Fragen verteidigte sie entschlossen, warum Großdemonstrationen nötig sind und warum es beim Atomausstieg bleiben muss.

Als wir auf der Rückfahrt nach Bremen erfuhren, dass anstelle der erhofften 25.000 Menschen sogar 120.000 an der Menschenkette teilnahmen, brach im Bus Gewissheit und Euphorie aus: Ein so deutliches Zeichen gegen die Laufzeitverlängerung kann auch die schwarz-gelbe Bundesregierung nicht ignorieren. Die bereits tot geglaubte Anti-AKW Bewegung ist wieder da und hat mit der größten Kundgebung seit Tschernobyl friedlich bewiesen, was auch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung denkt: Der Atomausstieg bleibt für uns unantastbar!

 

Link zum Interview

 

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